Schwalben - Projekte


Foto: NABU R. Odenwald Montage von Kotbrettern in Maberzell
Foto: NABU R. Odenwald Montage von Kotbrettern in Maberzell

Drei aktive Mitglieder unserer NABU Gruppe zögerten nicht lange

und beschlossen, in Maberzell zu helfen, um Kotbretter für Schwalben an dem Mehrfamilienhaus (An der Betz 5) anzubringen.

Am Samstag, 22. August war es soweit. Mit Hilfe eines Hubsteigers ging es hoch hinaus. Die Arbeit der Männer war dadurch sicherer und jeder Handgriff fiel ihnen sogleich leichter.

Nach getaner Arbeit schaute der Hausbesitzer sich alles genau an und bedankte sich für die schnelle Hilfe bei Hans-Ulrich Sprenger, Matthias Leitschuh und Ralf Odenwald.

Nun ist in Maberzell „An der Betz“ alles für die kommende Schwalbensaison bereit.


28.07.2020  Eine Sommer-Heimat für Flugkünstler

Hier auf dem Dorf gibt es sie noch: Die Mehlschwalben. Das sind diese kleinen unfassbar wendigen Flugkünstler, die ihre Nester mit Lehm kunstvoll an die Unterseiten des Dachüberstandes von Häusern bauen.

Aber nicht überall sind sie willkommen. Die Leute haben Angst vor den natürlichen Hinterlassenschaften (Kot) der Schwalben. Nicht so bei der Familie Wick aus Fulda-Zell. Hier dürfen sich die Schwalben noch so richtig „austoben“. Hier gibt es sie, eine Heimat für Schwalben. „Als ich in der Zeitung las, dass man sich beim NABU für eine Auszeichnung zum „Schwalbenfreundlichen Haus“ bewerben kann, zögerte ich nicht lange“, sagte Andreas Wick, der nach seinen Angaben die Schwalben bei der Hausübergabe von Vater Josef „mit übernommen“ hatte.

<<< mehr >>>


 20. März 2019  Wo die Schwalben nisten wohnt das Glück,

werden wohl die Bewohner des Hauses in der Fuldaer Straße in Künzell gedacht haben, als Vertreter des NABU Fulda und Künzell e.V. sowie Helfer mit einem Traktor samt Hebebühne vor ihrem Haus anhielten.

Hans-Ulrich Sprenger entfernte die Kotbretter, reinigte sie und die Stelle der Hauswand ebenfalls, die vom Schwalbenkot betroffen war. Anschließend schraubte er die Kotbretter wieder am Haus an.

Die Arbeiten gingen den Helfern zügig von der Hand, so das die Bewohner des Hauses sehr zufrieden mit der Leistung waren.

>>>MEHR<<<

 

Schutz nach dem Gesetz

Schwalben sind nach § 44 Bundesnaturschutzgesetz geschützt! Das Zerstören von Schwalbennestern stellt deshalb eine Straftat dar – während, aber auch außerhalb der Brutzeit.

Jahrhundertelang waren Schwalben für uns ganz selbstverständliche Mitbewohner – nicht nur in unseren Dörfern und auf Bauernhöfen, sondern auch in unseren Städten. Heute finden sie leider immer seltener geeignete Nistmöglichkeiten und auch das Nahrungsangebot wird knapp.

Vor allem in der Stadt stören sich viele Menschen daran, dass ihre Balkone oder Hauswände durch Schwalbenkot verschmutzt werden. Der Ärger lässt sich leicht beheben: Bringen Sie am besten 60 cm unter den Nestern Kotbrettchen an, die den Schmutz auffangen. Das Brett kann gereinigt werden, sobald die Schwalben den Herbstzug antreten. Der Kot ist übrigens hervorragend als Blumendünger geeignet.

Darum sind Schwalben bedroht:

Ursachen für die verschlechterten Lebensbedingungen

- Sanierungsmaßnahmen an Gebäuden,

- intensive Landwirtschaft,

- weniger fliegende Insekten

Schwalben mussten in den letzten Jahren unter großen Einschnitten in ihren Lebensräumen leiden.

 

Schwalben finden heutzutage immer seltener geeignete Nistmöglichkeiten und auch das Nahrungsangebot wird knapp. Dass sich die Lebensbedingungen für unsere Sommerboten verschlechtern, hat mehrere Ursachen.
In Städten verschwinden Nester zum Beispiel durch Sanierungsmaßnahmen an Gebäuden, häufig werden sie leider auch bewusst beseitigt. Gleichzeitig wird unsere Landwirtschaft zunehmend intensiviert. Höfe und Betriebe unterliegen heute strengeren Hygieneanforderungen als früher. Moderne Viehställe und Scheunen sind deshalb oft verschlossen und bieten Schwalben daher keine Einflugmöglichkeiten mehr.
Auch Feldwege, Einfahrten und Dorfplätze werden immer öfter zubetoniert, sodass Schwalben immer seltener Pfützen und damit weniger Lehm für ihren Nestbau finden. Zudem gibt es durch Monokulturen, den Rückgang der Weidewirtschaft und den Einsatz von Pestiziden immer weniger fliegende Insekten. Ausgerechnet sie bilden aber die Nahrungsgrundlage unserer Sommerboten.


Alleine geht es, gemeinsam geht es besser:

haben sich NABU und HGON Mitglieder gesagt und beschlossen, den bald eintreffenden Schwalben an verschiedenen Orten im Landkreis Fulda ein neues Zuhause zu bieten.

Mitglieder der HGON Fulda und des NABU Fulda und Künzell e.V. brachten gemeinsam am Wohnhaus des Hühnerhofes Bleuel und einer benachbarten Scheune der Fam. W. Scheller in Hofbieber Schwalbennester und Kotbretten an. Bereits im letzten Jahr wurden am Hühnerhof Bleuel 10 Doppelnester am Haus befestigt.

NABU Mitglieder aus unserer Gruppe sind aktiv geworden und haben zu einem Landwirt aus Harmerz Kontakt aufgenommen. Dort wurden ebenfalls vier Doppelnester montiert.

Der Fachdienst Natur und Landschaft des Kreises Fulda unterstützte mit einer großen Anzahl von Nisthilfen und Kotbrettern diese Aktion. Auch der NABU Hofbieber und unsere NABU Gruppe beteiligten sich bei diesen Aktionen mit Schwalbennestern und Kotbrettern. Den Hubsteiger stellte die Fa. Merz zur Verfügung.

Alle Beteiligten freuen sich nun auf die Heimkehrer aus dem Süden und hoffen, dass die neuen Nisthilfen angenommen werden.



23. April 2020
Bei der Fa. Merz wurden bereits 12 m Kotbretter im Jahr 2019 angebracht.

In Hofbieber erhielt das Wohnhaus des Hühnerhofes Bleuel neue Kotbretter und der Nachbar, Familie W. Scheller, erhielt für die Scheune ebenfalls Kotbretter.

Am Hühnerhof Bleuel wurden 10 Doppelnester bereits im Jahr 2019 montiert


Weil die Mehlschwalben immer weniger lehmige Schlammpfützen für den Bau ihrer Nester finden,

beschlossen Georg Klaus von der Hessischen Gesellschaft für Ornithologie (HGON) und Peter Hess vom NABU Fulda und Künzell e.V. im Sommer 2018 Nisthilfen und Kotbretter an Wohnhäusern und Stallungen anzubringen. Unterstützt wurde das Projekt vom Landkreis Fulda, Untere Naturschutzbehörde Fulda und NABU Fulda und Künzell e.V.. Dafür danken wir.

 

In folgenden Orten sind Peter Hess und Georg Klaus im Jahr 2020 aktiv geworden:

 Hofbieber/Traisbach

Landwirt Diegelmann
8 Kunstnester zu 14 Naturnestern und ca. 14 m Kotbretter.
5 Kunstnester + 14 Naturnester in 2020 besetzt.
Fam. Werner
24 Kunstnester zu 14 Naturnester + 2,5 m Kotbrett.
22 Kunstnester + 11 Naturnester in 2020 besetzt.
Fam. Schlitzer
22 Kunstnester zu 3 Naturnestern + ca.12 m Kotbretter.
8 Kunstnester + 3 Naturnester in 2020 besetzt.
Fa. Merz / Bauhof
Ca. 14 m Kotbretter für 14 Naturnester.
13 Naturnester in 2020 besetzt.
Fam. Diegmüller
6 Kunstnester zu 2 Naturnestern.
5 Kunstnester in 2020 besetzt.
Fam. Klaus
14 Kunstnester , noch nicht besetzt, 8 Nester erst dieses Jahr gehängt.
Hofbieber/Wiesen
Landwirt Hartmann
26 Kunstnester (20 vom Hausbesitzer und 6 von uns gehängt)
23 Kunstnester in 2020 besetzt.
Landwirt Reinhard
24 Kunstnester zu 32 Naturnestern
22 Kunstnester + 32 Naturnester in 2020 besetzt.

 Hofbieber

Geflügelhof Bleuel
24 Kunstnester, davon mind. 18 besetzt.
Fam. Scheller
12 Kunstnester + 1 Naturnest
1 Kunstnest + 1 Naturnest 2020 besetzt.
Die Kunstnester wurden erst am 22.04.2020 gehängt.
Fam. Hess
8 Kunstnester, nicht besetzt.
Hofbieber/Niederbieber
Fam. Schmitt
6 Kunstnester, nicht besetzt.
Fam. Reinhard
4 Kunstnester, nicht besetzt.
Fam. Schäfer
18 Kunstnester, nicht besetzt, erst am 11.06.2020 gehängt.
Fulda/Harmerz
Landwirt Müller
8 Kunstnester zu ca. 20 Naturnester
6 Kunstnester + ca. 20 Naturnester 2020 besetzt.
Petersberg/Götzenhof
Landwirtin Brähler
28 Kunstnester zu 3 Naturnestern + 5 m Kotbretter.
16 Kunstnester + 3 Naturnester in 2020 besetzt.
Von den 28 Kunstnestern wurden 12 erst am 08.08.2020 gehängt.