Schleiereulen - Projekt

Der Schleiereulenbestand im LK Fulda könnte sich 2020 wieder etwas erholen


15.08.2020. Ein gutes Mäusejahr bringt Hoffnung für den Nachwuchs:

Im guten Mäusejahr 2020 haben wir berechtigte Hoffnung, dass es mit dem Schleiereulenbestand im LK Fulda wieder etwas aufwärts geht.

Nachdem wir in 2019 in Fulda/Sickels nur eine Erstbrut mit 3 Jungvögeln und eine Zweitbrut mit 8 Jungvögeln hatten, waren 2020 in den Nistkästen folgende Bruten:  vom NABU Fulda/Künzell 3 erfolgreiche Bruten und ein Einzelvogel.

 

    Künzell/Keulos……………….............. 1 Brut, 4 Jungvögel. Neuansiedlung.

 

    Fulda/Sickels……………………..........1 Ersatzbrut, 6 Jungvögel.
Die Erstbrut, auch mit 6 Jungvögeln, wurde vom Marder oder Waschbär gefressen.

 

    Fulda/Johannesberg……….................1 Brut, 8 Jungvögel                                                         ________________________________________________________

 

                                                                       Gesamt: 18 Jungvögel

 

In einer Feldscheune bei Fulda/Zirkenbach hält sich noch ein Einzelvogel auf. Vermutlich ein Männchen, es hält das Revier und wehrt Turmfalken ab.


Foto: Peter Hess, Walter Schreck mit einem Schleiereulen Jungvogel
Foto: Peter Hess, Walter Schreck mit einem Schleiereulen Jungvogel

25.04.2020 Ein sicheres Heim für Schleiereulen in Keulos

Ein Schleiereulenkasten beim Aussiedlerhof Hartung in Keulos war an seiner bisherigen Stelle nicht mehr sicher, weil durch einen Anbau am Gebäude, ein Marder leichtes Spiel hatte, und bediente sich am Schleiereulengelege.

Walter Schreck und Peter Hess setzten im letzten Herbst 2019 den Schleiereulenkasten an einen sicheren Platz und es quartierten wieder Schleiereulen ein. Beide Ornithologen hoffen in diesem Jahr auf eine Erfolgreiche Schleiereulenbrut.

Die Schleiereule brütet in Abhängigkeit vom Mäuse-Vorkommen ab Ende März, meist jedoch erst Anfang Mai.

In Europa leben sie als Kulturfolger bevorzugt in landwirtschaftlich genutzten Gebieten in der Nähe von Dörfern und Kleinstädten.

Die Schleiereule ist in Deutschland auf Gebäude angewiesen. Im Normalfall bewohnt sie natürliche Felshöhlen, in Mitteleuropa ausgehöhlte Stämme von Streuobstbäumen, die aber fast überall dem kommerziellen Obstanbau gewichen sind.


22.05.2020 Bruterfolg 2020

Einige Wochen später wurde der Kasten schon von Schleiereulen beflogen.

Bei der Kontrolle am 22. Mai 2020 konnten wir 4 Jungvögel feststellen.

Weil die Schleiereule in unserem Landkreis Fulda extrem selten geworden ist, freuen wir uns besonders über eine Neuansiedelung.

 

 

25.10.2019 Schleiereulen sind Kulturfolger

Ein Schleiereulenkasten beim Aussiedlerhof Hartung in Keulos war an seiner bisherigen Stelle nicht mehr sicher, weil durch einen Anbau am Gebäude, ein Marder leichtes Spiel hatte, und bediente sich am Schleiereulengelege.

Walter Schreck und Peter Hess setzten im letzten Herbst, am 25.10.2019 den Schleiereulenkasten an einen sicheren Platz und es quartierten sich wieder Schleiereulen ein.

Beide Ornithologen hoffen in diesem Jahr auf eine erfolgreiche Schleiereulenbrut.


Schleiereulen bevorzugen Lebensräume in menschlicher Nähe.

In ihrem Lebensraum brauchen sie offene oder halboffene Kulturlandschaft zum jagen. Eher im ländlichen Raum, oder am Rande von kleinen Städten. Darum bevorzugen die Schleiereulen die Bauernhäuser, die Dachböden in den Scheunen. Auch Kirchtürmen,  alten Trafohäusern, sowie großen alte Baumhöhlen (wenn vorhanden) und Nisthilfen.

 

Nahrung der Schleiereule

Die Nahrung besteht überwiegend aus Kleinnagern wie z.B. Mäusen. Auch mal ein Vogel steht auf dem Speiseplan. Ein schlechtes Mäusejahr, ist auch ein schlechtes Jahr für die Schleiereulen. Viele Jungvögel verhungern dann im Nest.

 

Ein plötzlichem Nahrungsmangel kann den kleinen Küken zum Verhängnis werden:

Die meisten Eulenarten bebrütet vom ersten gelegten Ei an. So auch die Schleiereule. Das kann deutlich an den bereitgestellten Bildern gesehen werden, wie groß die Entwicklungsunterschiede zwischen den Jungtieren sind.

Bei akuten Nahrungsmangel verhungern die Jüngeren oder sie werden von den hungrigen und kräftigeren Geschwister gefressen.

Am Anfang wärmt und bewacht das Weibchen die Brut, während das Männchen sich um die Nahrung kümmert. Sind die Jungen etwas größer, geht auch das Weibchen mit auf Nahrungssuche, denn die Küken müssen nicht mehr gewärmt werden, sie sind nur noch hungrig.

 

Zu den natürlichen Feinden zählen

die größeren Eulen, wie Uhu, Waldohreule und Waldkauz. Greifvögel, wie Sperber und Habicht haben die Schleiereule im Beutechema. Auch der Marder und der Waschbär, sowie einige Rabenvögel stellen den Schleiereulen nach.
Das Wetter und auch die Parasiten sind eine große Gefahr vorallem für die Jungvögel.

Auch wir Menschen zerstört ihren Lebensraum und vergiftet ihre Nahrung mit Pestiziden. Weil unsere Spezie es bewußt tut, gehören wir nicht zu den natürlichen Feinden der Schleiereule, sondern zu dem gefährlichsten Feind, auch jeder anderer Spezie auf diesem Planeten.

 

Mit den ersten Jagderfolgen endet die Kindheit junger Eulen.

Die Eltern vertreiben sie aus dem Revier und sie müssen sich ihren eigenen Lebensraum erobern.